
Mitarbeiter der Werkstatt für behinderte Menschen
Seit wann arbeiten Sie in der Werkstatt?
Seit gut sieben Jahren arbeite ich hier.
Was machen Sie dabei hauptsächlich?
Ich mache hauptsächlich Arbeiten, die ich mit nur einer Hand ausführen kann. Aufgrund meiner halbseitigen Lähmung benötige ich ein Hilfsmittel, das mir die linke Hand ersetzt.
Wie muss man sich das vorstellen?
Dafür habe ich eine Halterung für die Werkstücke, die mit einer Schraubzwinge am Tisch befestigt ist.
Was stellen Sie damit her?
Damit bin ich im Stande, Halterungen für Gläser und Teller in Spülmaschinen auf die von der Firma „Draht–Schnee“ gelieferten Rohlinge aufzuklipsen. Das mache ich momentan.
Wird das auf die Dauer nicht langweilig?
Nein, weil ich mir auch noch andere Arbeiten aussuchen kann.
Welche zum Beispiel?
Zum Beispiel breche ich „Gefache“ aus, also vorgestanzte
Teile aus Pappe. oder ich stecke sie zusammen zu Kartons mit Fächern.
Gelingt Ihnen das gut?
Ja, man bezeichnet mich sogar als „Ausbrecher-König“ von der Werkstatt. (lacht)
Wie klappt eigentlich die Zusammenarbeit mit Ihren Kolleginnen und Kollegen?
Prima, von manchen bekomme ich sogar ab und zu ein Küsschen, wenn ich fleißig war.
Gibt‘s denn Kolleginnen, die das öfters machen?
„Ja, ich“, ruft Petra, die aufmerksam den Fragen zugehört hatte, dazwischen.
Demnach gefällt es Ihnen in der Werkstatt?
Ja, sehr, und zu Hause habe ich dann etwas zu erzählen.
Nach meinem Unfall war ich zehn Jahre lang daheim. Nun habe ich wieder einen gut geregelten Tagesablauf, gute Kolleginnen und Kollegen und ein Betätigungsfeld, wo ich etwas Produktives leisten kann.
Bleibt da noch Zeit und Energie für Hobbys?
Wenn mir das Geld reicht, fahre ich mit meinem elektrischen Rollstuhl spazieren und gehe gemütlich Kaffee trinken. Außerdem spiele ich noch begeistert einhändigTrompete und trete damit bei Feiern hier im Haus auf.
Hilft Ihnen eigentlich jemand bei dem sonstigen Tagesablauf?
Ich bin sehr froh, dass ich meine Mutter noch habe, die mir bei allem behilflich ist und mich bei allem unterstützt.
Dafür helfe ich ihr einmal in der Woche beim Abtrocknen des Bestecks. (lacht verschmitzt)

- Alexander Mayer und Claudia Ohnmacht

- Thomas Glück
Bei dem Gespräch mit Siegfried Häußler in der Kantine der Werkstatt saßen noch andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Tisch, die dem Gespräch interessiert folgten. Auch sie waren erfreut, einige Fragen zur Werkstatt beantworten zu können.
Auf die Frage, wie es ihm in der Werkstatt gefalle, antwortete Thomas Glück:
Sehr, sehr gut. Es sind alle nett.
War es schwer, nach dem Urlaub wieder anfangen zu müssen?
Nein, ich war froh, dass ich wieder arbeiten konnte.
Petra Hungerland antwortete auf die Frage, wie es ihr in der Werkstatt gefalle, so:
Ich finde sie auch sehr gut. Nur bei der Essensausgabe in der Küche ist manchmal Stress. Am liebsten arbeite ich unten in der Werkstatt.
(Anmerkung: „unten“ ist in der Montage)
Claudia Vollmer, die eben von der Küche kam, meinte:
Ich finde es gut. Auch in der Küche gefällt es mir.
Sind ihre Vorgesetzten nett?
Ja, sie helfen mir auch bei schweren Sachen.
Alexander Mayer sagte:
Die Werkstatt ist gut. Die Arbeit mache ich sehr gerne. (überlegt, strahlt) Aber am besten sind die Pausen, wenn ich meine Freundin treffe!
Claudia Ohnmacht, die Freundin, erwiderte auf die Frage, ob sie sich denn auch auf die Pausen freue:
Ja, in der Pause trinken Alexander und ich Tee, essen etwas und unterhalten uns.
Gefallen Ihnen nur die Pausen?
Nein, die Arbeiten in der Küche und in der Werkstatt gefallen mir auch gut.
Die Fragen stellte Frank Weniger.